DLG e.V. - Bedeutung der Futterkonservierung verstehen lernen

Bedeutung der Futterkonservierung verstehen lernen

Die Sicherstellung ausreichender Reserven an hofeigenen Grobfuttermitteln in bester Güte erlangt gerade vor dem Hintergrund ungünstiger Witterungsbedingungen in den Erntejahren 2018 und 2019 eine steigende Bedeutung, da neben den quantitativen vor allem die qualitativen Aspekte im Zuge schlechter oder sogar ausgefallener Teilernten dramatische Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe entfalten können.

Es ist deshalb extrem wichtig zu verstehen, dass eine zielgerichtete und sachkundige Arbeit während der Futterernte, der Einsilierung bis zur Entnahme des Futters aus dem Silo absolut notwendig ist und die einzelnen Maßnahmen in sich verbundene und nicht trennbare Schritte darstellen, die stetig kritisch überdacht und überwacht werden müssen. Das diesjährige DLG-SeminarSpezial „SiloProfi werden – kompetent Silagen erzeugen“, das vom 29. bis 31. Januar 2020 am Landwirtschaftszentrum Eichhof des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen (LLH) in Bad Hersfeld stattfand, widmete sich diesen Schwerpunkten.

Den 16 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet vermittelten die hochkarätigen Referenten und Experten der Futterkonservierung in einzelnen Themenblöcken das Fachwissen und die wichtigsten Zusammenhänge. Dabei wurde stets darauf geachtet, einzelne persönliche Fragen immer direkt zu besprechen und zu versuchen, die jeweiligen individuellen und einzelbetrieblichen Aspekte ausreichend zu berücksichtigen.

Im Einzelnen wurde die Selbstverständlichkeit des Siliervorganges kritisch hinterfragt und erörtert, was im Silo eigentlich genau passieren soll und was passieren kann, wenn die Prozesse nicht wunschgemäß ablaufen. Es wurde hervorgehoben, dass die zielgerichtete Steuerung der Abläufe im Silo analog zu denen in Molkereien oder Brauereien angesehen werden muss, um sowohl den Siliererfolg als auch die schlussendliche Verfütterung zu garantieren.

Eine ebenso große Bedeutung wurde der praktischen Begutachtung zahlreicher Silageproben mit Hilfe der visuellen, sensorischen und chemisch-physikalischen (Partikelgrößen-, Pflanzenteil- und Artenbestimmung, pH-Messung, Feuchtigkeitsbestimmung) Wahrnehmung beigemessen. Hier lernten die Teilnehmer, qualitative Unterschiede im direkten Vergleich zu beurteilen und feinere Abstufungen besser erkennen und einschätzen zu können.

Andere Schwerpunkte widmeten sich den fachlichen und betrieblichen Anforderungen und Vorgaben bei der Siloplanung und beim Silobau inkl. der Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen für den Siloneubau und -betrieb, da im richtigen Umgang mit JGS-Anlagen nach wie vor erhebliche Unsicherheiten vor allem verbunden mit der in den einzelnen Regionen teils unterschiedlichen Handhabung bestehen. Zugleich wurde ausführlich die Bedeutung der Auswahl und des richtigen Einsatzes der verfügbaren Technik sowohl bei der Pflege des Grünlandes als auch bei der Ernte, der Aufbereitung, der Transportkette und der eigentlichen Silierung herausgestellt.

Schlussendlich wurden die Grundlagen und die technische Umsetzung des Siliermitteleinsatzes beleuchtet und die ökonomische Wertigkeit der Verwendung detailliert dargestellt. So wurde beispielhaft der Aufwand gegen den Ertrag bzw. die ökonomischen Risiken, die z.B. durch Nacherwärmung oder die Bildung von Mykotoxinen (Clostridium botulinum) oder anderer unerwünschter Produkte (hochgiftige nitrose Gase, Alkohole, Fruchtester) entstehen, herausgearbeitet und die Sinnhaftigkeit dieser qualitätssichernden Maßnahme deutlich unterstrichen.

Die Teilnehmer bewerteten das Seminar als sehr erfolgreich, alle konnten ihre Fachkenntnisse deutlich ausbauen und ihren speziellen Nutzen ableiten. Diese positive Resonanz beflügelt die Organisation des nächsten Seminars, das Anfang 2021 stattfinden soll, die Vorbereitungen hierzu beginnen in Kürze. Interessenten erhalten dann weitere Informationen unter www.dlg-akademie.de/seminare-landwirtschaft.