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DLG kürt „Jungwinzer des Jahres“ und „Jungwinzer-Vereinigung des Jahres“

Sieger Stefan Braunewell (Rheinhessen), Adrian Spieß (Pfalz), Philipp Kiefer (Baden) – Generation PINOT (Baden) ist Jungwinzervereinigung des Jahres – Förderung des deutschen Winzernachwuchses – Preisverleihung am 29. Oktober im Hambacher Schloss

(DLG). Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hat jetzt zum zehnten Mal den „Jungwinzer des Jahres“ gekürt. Junge Talente aus zahlreichen Anbauregionen Deutschlands bewarben sich in diesem Jahr um den Nachwuchspreis der deutschen Weinwirtschaft. Eine Fachjury wählte aus den besten deutschen Weintalenten die Sieger aus. „Jungwinzer des Jahres“ wurde Stefan Braunewell vom Weingut Braunewell aus Essenheim (Rheinhessen). „Vizemeister“ wurde Adrian Spieß vom Weingut Wilfried Spieß aus Weingarten (Pfalz). Den dritten Platz belegte Philipp Kiefer vom Weingut Kiefer-Seufert aus Ballrechten-Dottingen (Baden). Die feierliche Preisverleihung fand am 29. Oktober im Hambacher Schloss statt.
 
Vor einer Experten-Jury musste der Winzernachwuchs sein Können und Fachwissen in den Bereichen Oenologie, Wein-Sensorik und Weinwirtschaft in Theorie und Praxis unter Beweis stellen. Für die Endrunde hatten sich die Jungwinzer zuvor über einen Online-Test qualifiziert, der nicht nur Fachkenntnis, sondern auch ein Gefühl für die Branchenthemen der nächsten Jahre erforderte. Außerdem wurden die Weine der Jungwinzer von sensorischen Sachverständigen beurteilt. Die zehn Kandidaten mit dem besten Ergebnis wurden Mitte September nach Frankfurt am Main eingeladen, wo von einer Fachjury die drei Erstplatzierten ermittelt wurden.
 
Beeindruckt war die Jury vom hohen Fachwissen und weinbaulichen Know-how der Finalteilnehmer sowie von der Qualität ihrer Weine, und ein besonderes Lob gab es von ihr für die Sieger: „Die im Rahmen des Wettbewerbs gezeigten Leistungen belegen, dass die deutsche Weinwirtschaft über einen hervorragend ausgebildeten Nachwuchs verfügt. Die Preisträger sind herausragende Talente und Vorbilder einer innovativen und zukunftsstarken deutschen Weinwirtschaft."
 
Ebenfalls ausgezeichnet: „Jungwinzervereinigung des Jahres“
 
Beste Jungwinzervereinigung des Jahres wurde die badischen Winzer Generation PINOT (Badischer Wein GmbH) aus Freiburg.
 
 
Porträt der Gewinner „Jungwinzer des Jahres“:
 
Stefan Braunewell (Jahrgang 1982) vom Weingut Braunewell aus Essenheim (Rheinhessen) ist als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgegangen und wurde am 29. Oktober im Hambacher Schloss als „Jungwinzer des Jahres 2015/2016“ ausgezeichnet. In den Spitzenweingütern Meßmer und Rebholz machte Stefan Braunewell seine Winzerlehre, um im Anschluss Weinbau und Oenologie an der Fachhochschule in Geisenheim zu studieren. Studienbegleitend galt sein Interesse verschiedenen Praktika in Österreich, Frankreich und der Pfalz. Heute arbeitet Stefan Braunewell gemeinsam mit Eltern und Bruder im Familienweingut in Essenheim. Seit seinem Studienabschluss ist er insbesondere für den Bereich Marketing zuständig. Alle wichtigen Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. In den letzten Jahren hat man den Betrieb stark auf traditionelle Rebsorten ausgerichtet und das Sortiment gestrafft. Neue Impulse in der Kellerwirtschaft betreffen insbesondere den (dezenten) Ausbau von Rot- und Weißweinen im Holzfass, um mehr Körper und Struktur zu erzielen. Als Mitglied des Mainzer Weinsalons möchte Stefan Braunewell auch junge Leute von der Vielfalt des Weins begeistern.
 
Adrian Spieß (Jahrgang 1989) vom Weingut Wilfried Spieß aus Weingarten (Pfalz) wurde Zweiter im DLG-Jungwinzer-Wettbewerb. Nach seiner Schulausbildung absolvierte Adrian Spieß eine Winzerlehre in den Weingütern Karl Pfaffmann (Walsheim) und Bernhard Koch (Hainfeld) und studierte von 2009 bis 2012 Weinbau und Oenologie an der Fachhochschule Geisenheim mit dem Abschluss Bachelor of Science. Praktika im Laufe seiner Ausbildungszeit führten ihn in das österreichische Weingut Rosenberger in Rohrendorf und das Weingut Freiherr von Gleichenstein in Oberrotweil. Parallel dazu füllte er seine ersten selbst erzeugten Weine im elterlichen Weingut ab. Seit 2012 ist er als Kellermeister alleinverantwortlich für den kompletten Weinausbau, koordiniert die Weinbergsarbeiten und übernimmt Marketingaufgaben. Das Weingut Spieß versteht sich als „Familienweingut von nebenan“, in dem drei Generationen zusammen leben und die Kunden stets von einem Familienmitglied betreut werden. Der Nachwuchswinzer möchte eine eigene, typische und terroirangepasste Weinstilistik etablieren und dabei ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis beibehalten. „Dazu braucht man viel Know-how und noch mehr Herzblut“, betont er.
 
Philipp Kiefer (Jahrgang 1990) aus Ballrechten-Dottingen (Baden) wurde Dritter im Wettbewerb. Im Anschluss an seine Ausbildung zum Weinküfer im Badischen Winzerkeller Breisach und einem viermonatigen Auslandsaufenthalt in der Neuseeländischen Seifried Winery in Richmond arbeitete Philipp Kiefer zunächst als Weinküfer in der Winzergenossenschaft Wolfenweiler. Bereits im Alter von 22 Jahren übernahm er das Weingut Kiefer-Seufert in Ballrechten. Das junge Team engagiert sich für die Steigerung der Weinqualität durch Ertragsreduzierung, selektiv gestaffelte Weinlese, schonenden Weinausbau und lange Feinhefelagerung und arbeitet an einem eigenen Weinstil mit Wiedererkennungswert und persönlicher Signatur. Philipp Kiefers Faszination gilt dem Grauburgunder. „Das ist ein sehr facettenreicher Wein, angefangen von dem mineralisch-würzigen bis zum feinfruchtigen, modern ausgebauten Grauburgunder. Da die Sorte hier sehr bekannt ist, war es mein Ziel, einen anderen Typ Grauburgunder aus unserem Terroir zu schaffen.“
 
Porträt Gewinner „Jungwinzervereinigung des Jahres“:
 
Generation PINOT: Ein Netzwerk für die badischen Jungwinzer möchte die Organisation „Generation PINOT“ sein, die im Jahr 2012 ins Leben gerufen wurde. Die Mitglieder sind engagierte Genossenschaftswinzer, Nachwuchswinzer im elterlichen Weingut oder Mitarbeiter in anderen renommierten badischen Weingütern oder Winzergenossenschaften. Man trifft sich zweimal pro Jahr, um Vorträge, Workshops und Weinproben zu verschiedenen Themen zu organisieren und natürlich um sich untereinander auszutauschen und Baden als innovatives und qualitätsorientiertes Anbaugebiet zu positionieren. Die Generation PINOT hat bereits Messeauftritte mit Gemeinschaftspräsentationen bei der Baden-Württemberg Classics, dem Grauburgundersymposium, der Badischen Weinmesse, der Späthschen Weinstraße in Berlin und Jungweinproben zu einem festen Termin für Weinfreunde installiert. Das Vorzeigeprojekt der PINOT-Winzer ist „Die Badische Entdeckerbox“, die durch den traditionellen Adventskalender inspiriert wurde und insbesondere in der Vorweihnachtszeit ein Verkaufserfolg ist. 24 kleine Flaschen mit je einem „Viertele“ badischen Burgunderweins laden zu einer geschmacklichen Entdeckungsreise durch alle Teilbereiche des großen Anbaugebiets im Süden Deutschlands. Die Entdeckerbox ist ein Projekt von jeweils zwölf Mitgliedsbetrieben der Jungwinzerorganisation.
 
 


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